Burgruine Haldenstein

Es gibt kein Dorf in Graubünden, dessen Anblick so sehr von seinen Burgruinen geprägt ist wie Haldenstein: In gerader Linie über dem Dorf und Schloss stehen auf einem mächtigen Sturzblock die aufgerissenen Wände der Burgruine Haldenstein; die ausgezackte Front der Burg Lichtenstein krönt weiter nördlich den untersten Abschnitt der hohen Felsstaffel; aus einer Höhle am Fuss des nächsten Abschnitts dieser Felswand schliesslich blickt Grottenstein durch den lichten Wald auf die Haldensteiner Au hinab.

Zeitzeuge der Geschichte

Die Burgruine Haldenstein war einst strategischer Stützpunkt und das zu Hause von Adligen und deren Bediensteten. Zimmer mit Kachelöfen, eine schöne Bibliothek, ein kostbarer Weinkeller, edle Möbelstücke, eine Waffenkammer, Gefängnisse und Folterkammern waren die Ausstattung. Heute thront die Burg als Ruine und Zeitzeuge der Geschichte oberhalb von Haldenstein auf dem markanten Felsklotz. Die Lage ist bautechnisch gesehen sehr anspruchsvoll. Der brüchige Fels und Erdbeben hielt seit dem Bau im 12. Jahrhundert die Bauherren auf Trab, da regelmässig der Untergrund abrutschte und umliegende Gebäude der Burg mitriss. Hinzu kommt, dass die Burgruine für Fahrzeuge nur über eine schmale Waldstrasse erreichbar ist.

Konservierungsmassnahmen der Zindel + Co. AG

Die Konservierung der Burgruine Haldenstein soll das Baudenkmal für die nächste Generation erhalten und sicherstellen, dass sich Besucher der Burgruine ohne Gefahr von Steinschlag nähern können. Der markant fortschreitende Zerfall der historischen Burg verlangt eine hohe Sorgfalt und Qualität der Renovationsarbeiten, die an den originalen Mauern durchgeführt werden. Die Mörtel und Verzahnung der Mauerstruktur sind noch derart gut, dass sich die Vorkragung seit mehr als 200 Jahren halten konnte. Die aussergewöhnliche Qualität des Mauerwerks besteht darin, dass zum Bauen solide, sorgfältig bearbeitete Natursteine verwendet wurden, die Steine nicht minder sorgfältig geschichtet, die massiven Mauern mit langen Bindensteinen gut verzahnt und mit festem, verwitterungsbeständigem Mörtel gearbeitet wurde. Trotzdem zeigen sich die Spuren der Zeit: Wind und Wetter haben die Verwitterung in den letzten zwei Jahrhunderten vorangetrieben. Die Wurzeln der umliegenden Föhren verursachten grosse Ausbrüche und von hinten drückt das Wasser. Alle Teile der Burgruine werden archäologisch dokumentiert und bearbeitet. Besonderes Augenmerk gilt der Konservierung von Verputzen, welche von weither sichtbar das Bild der Ruine prägen und einzigartige Zeugnisse der Baugeschichte darstellen.

Die Arbeiten der Zindel werden noch bis 2021 dauern. Baustellenbesichtigungen sind auf Anfrage möglich.